Betroffene

Abhängigkeit von Drogen, Abhängigkeit vom Internet: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Da es sich bei der Computerspielsucht um eine sogenannte «stoffungebundene» Sucht handelt, unterscheidet sie sich in einigen Punkten von einer «stoffgebundenen» Sucht. Es gibt jedoch auch einige, wichtige Gemeinsamkeiten.

  • Ähnlich wie der Alkohol, aber anders als viele andere psychoaktiv wirkende Substanzen, ist das Internet leicht verfügbar und meistens kostengünstig.
  • Im Unterschied zu den illegalen Drogen wird in unserer Gesellschaft das Suchtmittel, d.h. der Computer, sehr positiv bewertet; das Wissen um das Schädigungspotenzial ist wenig ausgeprägt.
  • Risiken durch Toxizität oder einer körperlichen Abhängigkeit wie sie bei Alkohol und weiteren Drogen bestehen, fallen bei einer Onlineproblematik natürlich weg. Körperliche Probleme wie etwa Haltungsschäden oder Sehschwierigkeiten können durch die Nutzung trotzdem entstehen.
  • Bezüglich Symptomen, diagnostischen Kriterien und Begleiterkrankungen sind Onlinesucht und Substanzabhängigkeit vergleichbar. In beiden Fällen kommt es bei einem exzessiven Gebrauch auch zu Veränderungen im Belohnungszentrum des Gehirns, die dazu führen, dass alltägliche Belohnungssituationen nicht mehr ausreichen.
  • Auch die typischen Reaktionen Betroffener auf ihre Situation sind analog: Häufig wird das Problem verdrängt und bagatellisiert. Oft kommt es erst zu einer Veränderung, wenn Personen aus dem Umfeld darauf drängen.

Quelle: SFA/ISPA