Glücksspiel in der Schweiz

Die Gesetzgebung in den Bereichen Glücksspiel und Lotterie ist Sache des Bundes. Im Lotteriegesetz finden sich die Bestimmungen zu Lotterien und Wetten, und das Spielbankengesetz regelt das Angebot und den Betrieb von Glücksspielen um Geld in Casinos. Für den Vollzug des Lotteriegesetzes sind die Kantone zuständig.

Jugendschutz

Jugendliche unter 18 Jahren haben in Casinos und Kursälen keinen Zutritt. Bei diversen Spielen von Swisslos und Loterie Romande (z.B. bei allen Spielen im Internet) gilt eine Altersgrenze von 18 Jahren. An den traditionellen Verkaufsstellen in der Deutschschweiz und im Tessin dürfen auch Kinder und Jugendliche Lose kaufen. Swisslos hat aber verschiedene Jugendschutzmassnahmen getroffen, z.B. Beschränkungen für Minderjährige bei verrechnungssteuerpflichtigen Gewinnen. Die Loterie Romande verbietet den Verkauf von Losen und ähnlichen Produkten an unter 16-Jährige.

Spielbanken

Spielbanken waren in der Schweiz während 100 Jahren verboten. Die Umsetzung des Verbots stiess aber immer wieder an Grenzen, so dass 1993 in einer Volksabstimmung das Spielbankenverbot in der Bundesverfassung aufgehoben wurde.

Im Jahr 2000 trat dann das neue Spielbankengesetz in Kraft. Es unterscheidet zwischen Grand Casinos (Konzession A) und Kursälen (Konzession B). Die Spielbanken mit Konzession A können eine unbeschränkte Anzahl von Tischspielen und Glücksspielautomaten anbieten. Die Höchsteinsätze sind gesetzlich nicht beschränkt. Die Spielbanken mit Konzession B dürfen nur drei verschiedene Arten von Tischspielen (z.B. Roulette, Black Jack und Poker) und höchstens 150 Glücksspielautomaten anbieten. Zudem müssen sie Einsatz- und Gewinnlimiten respektieren und dürfen die Glücksspielautomaten durch Jackpotsysteme nicht über die eigene Spielbank hinaus vernetzen.

Der Betrieb von Glücksspielautomaten ist seit dem 1. April 2005 nur noch in konzessionierten Spielbanken erlaubt. Ausserhalb der Casinos und Kursäle sind nur Automaten mit Geschicklichkeitsspielen zulässig, sofern die kantonale Gesetzgebung dies erlaubt.

Lotterien und Wetten

Das Lotteriegesetz stammt aus dem Jahr 1923. Es schreibt den Kantonen vor, Lotterien nur dann zuzulassen, wenn sie einem gemeinnützigen und wohltätigen Zweck dienen. Während über lange Zeit jeder Kanton selber für die Bewilligung und Ertragsverwendung entscheiden konnte, arbeiten die Kantone seit 2005 bei der Aufsicht über die interkantonalen oder gesamtschweizerischen Lotterien und Wetten eng zusammen.

Auf interkantonaler oder nationaler Ebene dürfen Lotterien nur durch die beiden Schweizer Lotteriegesellschaften (Swisslos und Loterie Romande) veranstaltet werden. Lotterien im kleineren Rahmen (Tombolas, Bingo etc.) können von den kantonalen Bewilligungsbehörden genehmigt werden. Wetten sind erlaubt, wenn sie nicht gewerbsmässig sind, das heisst, wenn die eingesetzten Beiträge wieder vollumfänglich ausbezahlt werden (beispielsweise bei einem Tippspiel unter Arbeitskolleginnen und -kollegen).

Glücksspiele im Internet

Glücksspiele gemäss Spielbankengesetz können im Internet bisher nur auf ausländischen Webseiten gespielt werden, da die Schweiz solche Onlineangebote verbietet. Wer Online-Angebote privat nutzt, macht sich nicht strafbar. Die ausländischen Anbieter riskieren aber eine Strafverfolgung, wenn sie in der Schweiz beispielsweise gezielt Werbung für ihr Internetcasino betreiben. Die eidgenössischen Räte arbeiten an einer liberaleren Gesetzgebung zu Internet-Casinos. Die beiden Lotteriegesellschaften Swisslos und Loterie Romande ermöglichen den Spielern und Spielerinnen die Teilnahme an den meisten Spielen auch über das Internet. Alle anderen Lotterie- und Wettangebote im Internet sind in der Schweiz illegal.

Illegales Glücksspiel

Trotz der klaren gesetzlichen Beschränkungen wird auch illegal gespielt. Dazu gehören beispielsweise Karten- und Würfelspiele mit Geldeinsatz in Hinterzimmern von Gastgewerbebetrieben oder Clublokalen, Pokerrunden im Kreise von Freunden oder Vereinen.

Quelle: SFA-ISPA, Glücksspielsucht