Zahlen und Fakten

In sieben A-Casinos und zwölf B-Casinos kann in der Schweiz gespielt werden. Im Jahr 2008 erreichte der Bruttospielertrag der Schweizer Casinos 992 Millionen Franken. Die 3743 Glücksspielautomaten, die derzeit in Betrieb sind, haben dazu 796 Millionen Franken beigesteuert, die Tischspiele 196 Millionen Franken. Mit Lotterie- und Wettangeboten wurden gleichzeitig Bruttospielerträge von 911 Millionen Franken erzielt.

Während die Casinos im Jahr 2008 eine Spielbankenabgabe in Höhe von insgesamt 517 Millionen Franken zugunsten von AHV und Standortkantonen entrichteten, betrugen die den Kantonen für soziale, kulturelle und sportliche Zwecke zugeflossenen Gewinne von Swisslos und Loterie Romande 535 Millionen Franken.

Dem wirtschaftlichen Nutzen der Glücksspiele stehen gesellschaftliche Kosten gegenüber, die durch problematisches bzw. pathologisches Glücksspielverhalten entstehen. Sie werden für das Glücksspiel in Casinos auf etwa 70 Millionen Franken jährlich geschätzt (Künzi et al. 2009). Dazu gehören beispielsweise Kosten aufgrund von Ausfall von Arbeitsleistungen, Behandlungen sowie Gerichtsverfahren bei Beschaffungsdelikten und Scheidungen. Zudem müssen die Betroffenen negative Auswirkungen in Form von Verschuldung, verspielten Vermögenswerten und einer Beeinträchtigung der Lebensqualität in Kauf nehmen. Für Glücksspiele ausserhalb der Casinos liegen bisher keine Schätzungen zu den Kosten vor, die sie verursachen.

Etwa 60 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren haben schon mindestens einmal in ihrem Leben ein Glücksspiel gespielt (SFA, auf Basis der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2007). Die am meisten gespielten Glücksspiele in der Schweiz sind Lotterien und Wetten. Glücksspiele im Internet gehören bisher zu den am wenigsten genutzten Glücksspielen – dies könnte sich in Anbetracht des wachsenden Angebotes in Zukunft aber ändern.

Eine Studie kam zum Schluss, dass in der Schweiz im Jahr 2005 ungefähr 0,8 Prozent der erwachsenen Bevölkerung ein risikoreiches Glücksspielverhalten aufzeigten («problematische Spieler und Spielerinnen») und weitere 0,5 Prozent spielsüchtig waren («pathologische Spieler und Spielerinnen») (Bondolfi et al. 2008). Dies entspricht insgesamt ungefähr 80 000 Personen. Je nach Methode zur Bestimmung eines pathologischen bzw. problematischen Spielverhaltens fallen die Resultate in verschiedenen Studien unterschiedlich aus. Etwa 70 bis 80 Prozent der Personen mit exzessivem Spielverhalten sind Männer. Mehr als 23 000 Personen sind in der Schweiz mit einer Spielsperre belegt und dürfen somit – zu ihrem eigenen Schutz – nicht in den Casinos spielen.

Quelle: SFA-ISPA, Glücksspielsucht